Homeoffice Pannen

Eine Neuerung sorgt Zuhause leider seit kurzem für Stunk. Ein blaues Tuch weckt Begehrlichkeiten bei meiner 1 1/2-jährigen Tochter. Ich hatte lange keine Verwendung für das Tuch, aber seit ich es als Staubabdeckung für mein Keyboard benutzen will, brauchen wir es beide. Dringend!

Das blaue Tuch bedeckt das noch Keyboard..
So eine schöne Keyboardabdeckung im Homeoffice! (vor der Panne)

Derzeit sieht die Auseinandersetzung meisten so aus: Das Keyboard ist schön ordentlich abgedeckt, wir Ihr im Bild oben sehen könnt. Die Kleine weiß inzwischen, dass ich möchte, dass das so bleibt. Trotzdem schaut sie mich an und geht zu dem Tuch, zupft eine Ecke herunter. Ich decke es wieder zu, sie schleicht sich an – und in einem unbeaufsichtigten Moment ist das Tuch weg! Es wird benutzt, um eine Puppe einzuwickeln oder ein Sitzkissen damit zu bedecken. Die folgenden Gerangel können hart sein, weswegen ich mich schon bereiterklärt habe, gegen ein Tuch aus ihrem Zimmer zu tauschen… aber jetzt will sie das andere Tuch wieder haben! Es ist zum Haare raufen!

Das Tuch ist vom Keyboard gerutscht!
300So soll es nicht aussehen! Gleich ist es weg! Vorsicht!

Beispiel für Pannen im Homeoffice: John Fahey

Ich weiß noch nicht, wie die Geschichte ausgehen wird, aber ich möchte mein Keyboard nicht einstauben lassen, da bin ich unerbittlich! Gott sei Dank lässt sie mich wenigstens noch in Ruhe aufnehmen, ganz anders als in dem folgenden Beispiel: In John Faheys Song „Poor Boy“ findet man die Tücken und Pannen des Homeoffice: Der Hund bellt in die Aufnahme! Mr. Fahey beruhigt das Tier und spielt dann weiter, als wäre nichts gewesen.

Der Hund auf der Aufnahme ist inzwischen in die Musikgeschichte eingegangen. Zu John Fahey gibt es einen schönen Dokumentarfilm, den Ihr hier findet.

Nun haben die meisten von uns – dank Corona – in 2020 unfreiwillig mehr Homeoffice-Erfahrungen gesammelt, als uns lieb ist.. Welche lustigen oder dramatischen Geschichten oder Homeoffice-Pannen sind Euch passiert? Kennt Ihr weitere kuriose Aufnahmen wie die von John Fahey?

Schreibt sie in die Kommentare!

Mein Cover von Dirty Diana – „Diana Jackna“

Nun ist es also heraus, selbst Michael Jackson ist nicht vor mir sicher! Nur heißt mein Cover seines Songs Dirty Diana „Diana Jackna“. Wie es dazu kam erläutere ich weiter unten im Artikel.

Ich habe mir das Recht auf meine eigene Version aber redlich verdient: Er ist einer meiner Lieblingssongs schon seit ich ein kleines Kind bin. Aber nicht nur das: Im Schülerladen konnte ich mit meinen Michael-Jackson-Tanzeinlagen großen Eindruck schinden und unterhalten. Ich übersetzte mir die Texte, starrte tagelang auf das Plattencover… (Wenn ich nicht gerade auf das Bild auf von Prince’s Album „Lovesexy“ starrte…)

Der Song ist gank klar humoristischer als das Original und auch von leichterer Lesart als mein Song „Nest„. Ich wollte ihn trotzdem gern aufnehmen und Euch zeigen, weil ich erst letzte Woche darauf angesprochen wurde und sich jemand noch daran erinneren konnte.

Mein Cover von DIrty Diana – Diana Jackna

Aus den oben stehenden Erläuterungen ist aber noch eine Frage offen. Ich will Euch gern die Antwort geben. Hand aufs Herz: Warum nicht trotz Cover bei Dirty Diana bleiben? Wer ist „Diana Jackna“? Gibt es sie? Wer ist sie? Ist sie die Frau mit der E-Gitarre aus dem Original-Video von Michael Jackson?

Nein, das ist sie natürlich nicht. Der ungewöhnliche, alternative Songtitel geht auf eine Bekannte zurück, die den Song früher gern gehört hat, aber mit dem Titel nichts anfangen konnte. Für sie hieß der Song immer „Diana Jackna“, und um diese Frau Jackna geht es eben auch in dem Lied.

Nachdem Ihr meine Version einige Male von vorn- bis hinten angeschaut habt und allen Freunden (oder falls Ihr es grauslich findet, euren Feinden) davon berichtet habt, könnte es sich durchaus lohnen nochmal das Original anzusehen: Michaels geniales Video. Es haut mich immer wieder um. Welches ist euer Lieblingslied von Michael Jackson? Hört Ihr ihn überhaupt?

Songs wie eine Hütte im Wald

Moritz von Eschersheim sitzt in einer Hütte im Wald
Foto: Rosa Merk

Man stolpert im Leben immer wieder über Lieder, die einem nicht einfach nur gefallen, sondern die Weichen anders stellen. Die man immer wieder besucht, manchmal über Jahrzehnte hinweg. Manche kennt man nur selbst, wie einen privaten Rückzugsort, Songs wie eine heimliche Hütte im Wald. Es gibt Songs, die man mit vielen teilt. Die man auf Konzerten mitsingt oder sich dazu die Seele aus dem Leib tanzt. Ich rede hier aber von den Liedern, die nur für einen selbst sind. Für mich sind solche Lieder gut, wenn sie mir ein anderes Leben aufzeigen. Wenn sie meinen Handlungsspielraum erweitern, mich verändern, aber nicht durch Führung, sondern durch Wachstum.

Ich habe eine Playlist mit einigen meiner Beispiele zusammengestellt. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir Eure „Hütte-im-Wald“-Songs mit einer kleinen Erläuterung dazu schickt, dann nehme ich sie dazu.

Die Playlist (hier klicken!)

Prince – Raspberry Beret

Dieser Song gibt mir jedesmal die Lust am Sich-Verlieben und den Glauben an die Leichtigkeit der Liebe zurück: „Overcast days never turn me on – but something about the clouds and her mixed“. Prince versetzt einen mit einer Zeile in ein komplettes Setting: „Rain sounds so cool when it hits the barn-roof“. Und dazu die Geigen… Hach!

James Taylor – Hey Mister, that’s me up on the Jukebox

Dieser Song besteht eigentlich nur aus guten Zeilen, aber besonders finde ich immer wieder „I need your golden gated city like a hole in the head“. Das ist genau die verbitterte, unterdrückte Wut, traurig vorgetragen, die ich empfinde, wenn ich mich nicht zugehörig oder abgelehnt fühle. Aber wenn ich es reflektieren kann, muss ich mich dem nicht hingeben! Schmeiss nen Euro in die Jukebox und ich heul Dir was vor!

Joni Mitchell – Both Sides Now

Von Joni gäbe es noch so viele Lieder, die ich hier aufführen könnte – aber „Both Sides Now“ ist deswegen für mich so besonders, weil er vom Aufbau so herrlich formal strikt ist. Bei meinen eigenen Texten stört mich das manchmal und finde sie banal – aber an Jonis Beispiel sieht man, wie wunderbar einen das gefangen nehmen kann und philosophisch mitnehmen.

Jackson Browne – Tender is the Night

„Somebody is calling after somebody, somebody turns the corner out of sight, looking for somebody..“ Das könnte beliebig sein, aber durch die Zeilen davor („stillness in my heart“) wird es zu einer Aussage der Nichtzugehörigkeit, des Beobachten, des Sehnes. Der Song schafft es, die Hitze des Asphalts in einer kühler werdenden Sommernacht einzufangen…. Zart sind manche Nächte!

Richie Havens – Follow

„Let the river rock you like a cradle“ Ein wunderbar antidepressiver Song, der einen dazu aufruft, zu spüren, zu fühlen, in den Kontakt zu gehen… Ich werde zum Hippie beim Hören und jeder urbane Zynismus wird hinweggespült!

Ein paar Songs haben es nicht auf die Liste geschafft, zum einen, weil ich noch Platz lassen wollte. Zum anderen, weil ich zB „Sky Trails“ von David Crosby noch nicht lange kenne und ich bei Chris Knight’s „Backwater Blues“ doch nicht mehr so mitgehe wie noch vor fünf Jahren…. und und und….

Welcher Song fällt Dir ein?